Unfallwagen kaufen: Das ist zu beachten

Das Angebot schien verlockend: Der erst ein Jahr alte BMW Z1 war 3.000 Euro günstiger als vergleichbare Fahrzeuge. Einzig ein Karosserieschaden am Heck (die Stoßstange war eingedrückt) trübte den Eindruck. Aber Mario M. war überzeugt, dass er diese Delle mit ein wenig Eigeninitiative preiswert würde beheben können. Er glaubte der Anbieterin, dass sie den Z1 nach dem Unfall nicht mehr fahren und deshalb unbedingt rasch loswerden wollte; deshalb der günstige Preis … Mario M. schlug ein: Er kaufte das Fahrzeug. Das dicke Ende kam kurz darauf in der Werkstatt.

Unfallwagen kaufen: kein Job für Laien

Das oben geschilderte Szenario ist nicht untypisch. Mancher Hobbybastler glaubt und hofft, mit dem Kauf eines Unfallwagens ein Schnäppchen machen zu können: preiswert einkaufen, billig reparieren – mit Gewinn weiterverkaufen.

Doch auch wer einen Unfallwagen nicht selbst reparieren möchte oder kann, fühlt sich von leicht verbeulten Autos angezogen: Oft ist es der Preis, der einen verlockenden Gesang einstimmt. Oder man gibt sich „cool“ und sagt, dass einen die etwas eigenwillige Optik nicht störe. In beiden Fällen aber sollte man kühl rechnen, sonst bewahrheitet sich die alte Lebensweisheit, dass man „schlechtem Geld gutes hinterherwirft“, also letzten Endes mehr bezahlt, als wenn man von vornherein auf ein vernünftiges Auto gesetzt hätte.
Wer einen Unfallwagen kaufen möchte, sollte sich also unbedingt seiner technischen Kenntnisse sicher sein! Viele Schäden spielen sich im Verborgenen ab. Das musste auch Mario M. erfahren, als er den Z1 in seine Werkstatt brachte. Dort stellte sich heraus: Der Rahmen war durch den Aufprall am Heck verzogen und musste auf der Richtbank instand gesetzt werden. Kostenpunkt inklusive Lackierung: mehrere tausend Euro!

Worauf achten beim Kauf eines Unfallwagens?

Eine gesunde Skepsis ist gerade beim Kauf eines Gebrauchtfahrzeugs immer hilfreich. Denken Sie daran: Jemand anderer will etwas von Ihnen (Ihr Geld!) – Sie aber sind nicht darauf angewiesen, genau dieses Angebot zu akzeptieren. Es gibt auf dem Markt mehr als genügend vergleichbare Fahrzeuge, es sei denn, Sie suchen ein exotisches oder seltenes Fahrzeug oder einen Oldtimer. Dann gelten eventuell andere Spielregeln bzw. Vorsichtsmaßnahmen.
Skepsis: Nehmen Sie nach Möglichkeit einen Bekannten mit, der sich in der Fahrzeugtechnik auskennt. Erstens einmal sehen vier Augen immer mehr als zwei. Zweitens ist Ihr Bekannter emotional unbeteiligt; Sie hingegen sind möglicherweise ein wenig aufgeregt und bagatellisieren negative Aspekte. Drittens schätzt ein Fachmann die Situation wesentlich realistischer ein als ein Laie.

Falls Sie jedoch allein einen Unfallwagen kaufen wollen, achten Sie bitte auf folgende Punkte:

  1. Schließen Sie keinen Kauf ohne schriftlichen Vertrag ab!
  2. Lassen Sie sich die Art des Schadens schriftlich bestätigen!
  3. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Untersuchung! Ziehen Sie Kleidung an, mit der Sie auch einmal unters Fahrzeug kriechen können, um den Unterboden zu begutachten. Noch besser: Lassen Sie den Wagen nach Möglichkeit auf eine Hebebühne aufbocken.
  4. Lassen Sie sich die Entstehung des Schadens schildern. Der Verkäufer (und wir wollen hier nicht einmal betrügerische Absicht unterstellen) wird in diesem Moment nicht ganz drum herum kommen, die Wahrheit zumindest in groben Zügen zu schildern. Aus seiner Schilderung lassen sich möglicherweise Rückschlüsse ziehen auf nicht erwähnte Schäden.
  5. Bleiben Sie gelassen. Seien Sie sich absolut sicher, dass Sie die richtige Entscheidung treffen – und kaufen Sie nicht mit dem Gefühl, „den will ich haben“, sondern mit der Sicherheit: „Das kann ich richten.“ Dann sollte alles gut werden.