Wie funktioniert eine Umschuldung?

Das Ziel einer Umschuldung ist es, die laufenden Verbindlichkeiten zu bündeln und zu einem einzigen, langfristigen Darlehen zusammenzufassen. Das klingt zunächst einfach und logisch, muss jedoch gut vorbereitet werden. Benötigt wird dazu ein Kreditinstitut, das die Umschuldung übernimmt und abwickelt.

Vielfältige Gründe für eine Umschuldung
Die Umschuldung ist dann angebracht bis hin zu notwendig, wenn sich eine Überschuldung abzeichnet, oder wenn der Schuldner den Überblick über seine Verbindlichkeiten verloren hat. Das sind meistens verschiedene Minussalden auf dem Girokonto sowie auf einem oder mehreren Kreditkartenkonten. Hinzukommen ein Raten- oder ein Rahmenkredit bei der Hausbank, Kreditkonten bei Versandhäusern oder Onlineshops. Die Monatszahlungen sind zu unterschiedlichen Terminen fällig. Sie werden allesamt vom Girokonto abgebucht. Das muss immer dann ausreichend gedeckt sein, wenn die nächste Abbuchung bevorsteht. Der Kontoinhaber muss das verfügbare Geld buchstäblich hin- und herschieben. Seine finanzielle Situation wird dadurch nicht besser, sondern sie verschlechtert sich, weil die Sollzinsen für alle Verbindlichkeiten steigen. Die Situation ist meist aussichtslos und ohne jede Perspektive.

Umschuldung mit neuem Kreditinstitut
Der erste und oftmals erfolgreiche Schritt zur Änderung der Situation ist die Umschuldung. Dazu ist eine Bank oder eine Sparkasse allgemein dann bereit, wenn der Schuldner dort ein neues Girokonto eröffnet. Die Bewirtschaftung sämtlicher Einnahmen und Ausgaben wird über das zukünftige Kreditinstitut abgewickelt. Der Schuldner gibt Einblick in sein derzeitiges Girokonto sowie in alle bestehenden Verbindlichkeiten. Das ist mit einer wahrheitsgemäßen und vollständigen Selbstauskunft gleichzusetzen. Eine weitere Voraussetzung ist das gesicherte Arbeitseinkommen deutlich oberhalb der Pfändungsfreigrenze. Transferleistungen, Kindergeld, Unterhaltszahlungen und dergleichen zählen nicht zum Arbeitseinkommen.

Günstige Monatsrate bei niedrigeren Zinsen
Zur Umschuldung selbst gehört ein langfristiges Darlehen in einer solchen Höhe, dass damit ausnahmslos alle bestehenden Verbindlichkeiten abgelöst werden können. Dieses sogenannte „Umschuldungsdarlehen“ ist auch bei einem bonitätsabhängigen Effektivzinssatz deutlich günstiger als die bisherigen Sollzinsen für den Dispo-Kredit, für die Kreditkarten oder für das Versandhauskonto. Durch eine längere Darlehenslaufzeit wird auch die monatliche Belastung gesenkt. Das erhöht zwar indirekt die Darlehenskosten, schafft jedoch ab sofort eine spürbar bessere Liquidität. Dem Schuldner bleibt auf Anhieb mehr Geld zur Verfügung als bisher. Jetzt hat er nur noch eine einzige Verbindlichkeit. Die Monatsrate dafür wird zeitlich erst dann von seinem Girokonto abgebucht, wenn durch das regelmäßige Arbeitseinkommen die notwendige Kontodeckung vorhanden ist.

Ablösung aller Verbindlichkeiten
Die Umschuldung selbst wird direkt zwischen dem neuen Darlehensgeber und den Gläubigern abgewickelt. Die Höhe des Darlehens korrespondiert mit der Summe an Verbindlichkeiten, die umgeschuldet, sprich abgelöst werden müssen. Nachdem der Darlehensvertrag abgeschlossen, also von Darlehensgeber und Darlehensnehmer unterzeichnet worden ist, werden per Banküberweisung die offenen Salden bei den Gläubigern ausgeglichen. Damit hat der Schuldner nichts zu tun. Er bekommt die Information der Gläubiger, dass die dortige Schuld beglichen worden ist. Auf seinem neuen Darlehenskonto kann er die einzelnen Zahlungen nachverfolgen. Wenn ein Restbetrag übrig bleiben sollte, dann wird dieser seinem Girokonto gutgeschrieben.

Neues Girokonto ohne Dispo-Kredit
Im Anschluss an die Umschuldung wird dem Betroffenen in aller Regel kein oder nur ein sehr überschaubarer Dispo-Kredit auf seinem Girokonto bewilligt. Der Darlehensgeber möchte sein finanzielles Risiko möglichst gering halten und auf das Umschuldungsdarlehen begrenzen.

Löschung aller Schufa-Eintragungen überwachen
Wenn das Kreditinstitut ein Geschäftspartner der Schufa, der „privaten Wirtschaftsauskunftei Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ ist, dann wird das bewilligte Umschuldungsdarlehen in die Schufa-Datenbank eingetragen. Der Darlehensnehmer sollte jetzt seinerseits darauf achten, dass die bisherigen Gläubiger die abgelösten Kredite, Darlehen und Verbindlichkeiten in der Schufa löschen lassen. Das wird oftmals vernachlässigt, obwohl die Gläubiger dazu verpflichtet sind. Ein direkter Kontakt zur Schufa ist in dieser Situation recht hilfreich. Im Übrigen hat jeder Bürger den Rechtsanspruch auf jährlich eine kostenlose Selbstauskunft über „meine Schufa“. Diese Bereinigung der Eintragungen hat direkten Einfluss auf den Schufa-Score. Der verbessert sich, sobald sich die Zahl und die Summe der Verbindlichkeiten verringern.

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