Ist Leasing ohne Anzahlung eine lohnenswerte Alternative?

Wenn Verbraucher sich beim Kauf eines neuen Autos für das Leasing entscheiden, liegen die Vorteile für sie auf der Hand. Einerseits fährt man für die Dauer des vereinbarten Leasingzeitraumes immer ein fabrikneues und somit topaktuelles Fahrzeug. Und andererseits kann der Verbraucher nach Ablauf des Leasingzeitraumes das Fahrzeug ohne größeren Aufwand wieder zurückgeben bzw. alternativ zu einem bereits bei Abschluss des Leasingvertrages festgelegten Kaufpreis übernehmen.

So weit, so gut. Denn bezüglich der Leasingmodalitäten hat sich in diesem Bereich in den letzten Jahren eine Menge getan. War es früher üblich, ein Fahrzeug nur dann zu leasen, wenn der Leasingnehmer, also der Verbraucher, eine Anzahlung geleistet hat, die mitunter auch der Preis der Inzahlungnahme des Altfahrzeuges sein konnte, so besteht heute auch die Möglichkeit, einen Leasingvertrag zu unterschreiben, ohne dass der Leasinggeber eine solche Anzahlung leisten muss.

Die Leasingbanken reagieren mit solchen Angeboten auch darauf, dass längst nicht mehr jeder Verbraucher sich in der Lage sieht, eine Baranzahlung zu leisten. Denn je nach Modell und Fabrikat kann diese Anzahlung schon mal mehrere tausend Euro betragen. Dieser Betrag kann dann kaum auch durch die Inzahlungsnahme eines Gebrauchtwagens abgedeckt werden. Und wer dann keine entsprechenden Spareinlagen vorweisen konnte, hatte schon keine Möglichkeit mehr, sein Wunschfahrzeug zu leasen.

Daher bieten die Leasingbanken ihren Kunden auch die Möglichkeit eines anzahlungsfreien Leasings an. Landläufig ist ein solches Leasing auch bekannt als 0 %-Leasing. Dahinter verbirgt sich dann auch tatsächlich ein neu abzuschließender Leasingvertrag, bei dem die Leasingnehmer keine Anzahlung auf das zu leasende Fahrzeug tätigen müssen. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass die zu zahlende monatliche Leasingrate höher ist, als wenn der Leasingnehmer zuvor eine Anzahlung geleistet hat. Denn ein Leasing ohne Anzahlung bedeutet nur, dass bei Vertragsabschluss keine Anzahlung geleistet wird. Dieser Betrag wird dann in die monatliche Leasingrate mit eingearbeitet, sodass der Leasingnehmer eine erhöhte Leasingrate zu zahlen hat. Das anfangs eingesparte Geld wird also umgerechnet und entsprechend addiert. So kann die Rate für ein Leasingfahrzeug, was mit Anzahlung 300,00 € im Monat kostet, schon 400,00 € oder 450,00 € kosten. Das macht auf die gesamte Laufzeit von durchschnittlich 36 Monaten gerechnet Mehrkosten von mindestens 3600,00 €.

Insofern muss sich jeder Leasingnehmer überlegen, ob er diese Mehrkosten für ein Leasing ohne Anzahlung bereit ist zu zahlen. Und das jeden Monat. Auf jeden Fall würde es sich für einen Gewerbetreibenden lohnen. Denn dieser kann die Leasingraten steuerlich geltend machen. Eine Privatperson indes kann das nicht und muss so die finanzielle Mehrbelastung einkalkulieren.

Erwähnenswert im Zusammenhang mit einem Leasingvertrag grundsätzlich, und einem Leasing ohne Anzahlung im Besonderen, sollte noch sein, dass ein Leasingnehmer in jedem Fall einen Vertrag für ein Neufahrzeug, Jahres- oder Vorführwagen abschließen sollte. Denn für solche Fahrzeuge ist die Garantieleistung in der Regel umfassendender, was besonders nach Auslaufen des Leasingvertrages wegen möglicherweise auftretender Instandhaltungskosten eine nicht unwichtige Rolle spielen kann.