Gut vorbereitet: Gebrauchtwagen verkaufen

Die Konkurrenz ist groß, die Nachfrage hält sich vielleicht in Grenzen: So in etwa lautet das Problem, vor dem man steht, wenn man sein Fahrzeug verkaufen will. Es lässt sich aber durchaus lösen, man muss nur einige Regeln beachten und umsetzen.

Gebrauchtwagen verkaufen: Aufgabe mit unsicherem Ausgang
Einen Gebrauchtwagen zu verkaufen gehört als Privatmann zu den eher schwierigen Dingen im Leben. Das beginnt mit der Kalkulation („Was soll mein Auto noch bringen?“), geht über die Frage nach dem Marktplatz („Wo biete ich meinen Gebrauchtwagen an?“) und mündet in den Verkaufsverhandlungen („Wie argumentiere ich?“).

Unabhängig davon sollten Sie den Markt zunächst ein wenig sondieren. Recherchieren Sie vergleichbare Modelle und den Preis, zu dem sie angeboten werden. Damit haben Sie einen Anhaltspunkt. Schließlich stellt sich noch die Frage nach dem günstigsten Zeitpunkt für den Verkauf Ihres Fahrzeugs.

Welches Fahrzeug bieten Sie an? Ein Cabrio bringt im Frühjahr mehr als im Herbst und umgekehrt: Ein älteres, nicht mehr ganz taufrisches Auto wird von manchen gerne als „Winterauto“ benutzt, um das wertvollere Gefährt in der Garage zu schonen. Mindern Sie, wenn möglich, Ihren „Verkaufsdruck“ – ein Interessent würde das spüren und in der Argumentation zu seinem Vorteil nutzen.

Gebrauchtwagen beim Händler verkaufen
Beim Verkauf Ihres Gebrauchtwagens kommt ein Händler meist dann ins Spiel, wenn Sie sich selbst ein neues Auto kaufen möchten. Dann gibt man den „alten“ Pkw einfach in Zahlung – vorausgesetzt, der Händler geht darauf ein. Dazu verpflichtet ist er nicht, und ein ungeliebtes Geschäft ist es für ihn auf jeden Fall. Mit Gebrauchtwagen belastet sich kein Autohändler wirklich gerne. Das zeigt sich auch in der preislichen Bewertung Ihres Fahrzeugs.

Ein Händler verweist bei der Preisfindung erst einmal auf die offizielle Liste für Gebrauchtfahrzeuge (die „Schwackeliste“) und versucht von dort aus, den Preis zu drücken. Darin ist er Fachmann. Und er weiß ganz genau, dass Sie Ihr Fahrzeug unbedingt loswerden wollen. Der Haken für den Händler: Er kann nie sicher sein, ob Sie wirklich ein Auto aus seinem Haus haben wollen. Sie sollten ihn niemals spüren lassen, dass Sie ausschließlich auf die Marke, auf das Modell festgelegt sind, das er anbietet, denn sonst hat er leichtes Spiel in den Verhandlungen.

Gebrauchtwagen privat verkaufen
Der Verkauf zwischen Ihnen als Privatmann und einem Privat-Interessenten gründet sich auf den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Besorgen Sie sich einen Mustervertrag für den Verkauf von Gebrauchtwagen, und lesen Sie die einzelnen Punkte genau durch – besonders jene, in denen es um die Haftung geht. Kein Mensch kann von Ihnen als Laie verlangen, dass Sie über den technischen Zustand Ihres Fahrzeugs hundertprozentig im Bilde sind – Garantien müssen Sie nicht geben. Keinesfalls aber dürfen Sie schwerere Schäden aus dem Leben Ihres Autos verschweigen – schon gar nicht eventuelle Unfälle. Leichtere Blechschäden sind davon ausgenommen. Falls Sie wichtige Informationen unterschlagen, spielen Sie dem Käufer damit in die Hände. Er kann den Kauf unter Umständen nachträglich anfechten.

Verhaltensmaßnahmen beim Gebrauchtwagenverkauf
Bieten Sie Ihr Fahrzeug auf allen erdenklichen Ebenen an. Schalten Sie (kostenlose) Inserate in den Internet-Plattformen wie eBay-Kleinanzeigen, autoscout24.de und anderen. Vergessen Sie nicht den Aushang an prominenten Stellen: im Supermarkt, in der Kneipe um die Ecke, im Kfz-Zubehörgeschäft. Mit anderen Worten: Teilen Sie möglichst vielen Adressaten mit, dass Sie ein Fahrzeug anbieten. Dass Ihr Auto technisch einwandfrei ist, sollte sich von selbst verstehen – es sei denn, Sie bieten es ausdrücklich als „Bastlerfahrzeug“ an.

Mindestens genauso wichtig ist die Optik. Alle Erfahrung zeigt: Ein sauber geputztes und innen gereinigtes Fahrzeug erzielt, je nach Modell und Alter des Fahrzeugs, durchaus einige hundert Euro mehr im Verkaufspreis. Sie sehen: Diese (kleine) Mühe lohnt sich – sie ist eine Investition!